Vember

„Mit ihrem zweiten Album 63 STUFEN könnte ihnen der große Wurf gelingen, denn die elf Songs klingen frisch und eingängig, wirken vertraut aber nicht durchschnittlich. 63 STUFEN hat das gewisse Quäntchen Esprit, die nötige Raffinesse in den Melodien und verdammt viel Drive – Attribute, die die Platte auf ein höheres Niveau heben und hervorstechen lassen.”
- JMC MAGAZIN 2014

„Wir sind beide noch jung und wir haben noch Zeit und genügend Luft, um von vorne anzufangen.“ Vember, das ist Pop im besten Sinne. Pop, der sich nicht mit einem kurzfristigen Glücksgefühl zufrieden gibt, sondern mehr will.

Die Texte beschreiben dabei sanft aber klar eine Welt, die sich nicht nur in leichtfüßiger Euphorie erschöpft. Zwar gibt es da diese Nummern vom Vermissen, vom Finden und vom Trennen, den ganzen großen und kleinen Schmerz getaucht in warme Gitarren und eingängige Melodien. Aber es überwiegt die Auseinandersetzung, der innere Kampf, Leben auch als Bewältigung. „Es geht um Arbeiten, um Routinen, um Stress, um Gefangensein in sich selber.“ Vember sind erwachsen und nachdenklich, sind sich der bitteren Enttäuschungen wie der süßen Versprechungen im gleichen Maße bewusst. Sie stellen sich dem ständig Neuen anstatt nur das Vergangene zu besingen. Mit offener Ehrlichkeit gehen sie so raus und nach vorn, mit all dem, was sonst oft nur innen und allein verhandelt wird.

Es ist genau diese Herangehensweise, die auch den vielfältigen musikalischen Kosmos ermöglicht. Mit Simon Frontzek von Tomte begab man sich ins Studio und ließ der Lust am neuen Sound freien Lauf. „Wir schmeißen Sachen gerne auch nochmal um. Es gibt keine Regeln, keine Prinzipien, die man nicht brechen kann.“ Sorgloser und kraftvoller denn je, hat die Band vor allem jede Menge Lust an Neuem, keine Angst davor, sich immer wieder neu zu erfinden und mit Frontzek den richtigen Mann an ihrer Seite, um genau diese Vielfalt in ein großes Ganzes zu fügen. Sei es das Bekenntnis zum Beat auf „Betonbauten“, die Härte auf „Unter Kontrolle“ oder die lyrische Tiefe auf „Stille“, auf dem Kat Frankie die Band unterstützt: Vember begreifen sich stets als Kollaborateure, die gemeinsam und in alle Richtungen denken und dabei an einer Reduktion arbeiten, die am Ende das zu Tage fördert, was wirklich zählt und bleibt.

„Wir können alles reparieren, was uns kaputt gemacht hat.“ Vielleicht ist das der zweite Satz, der bleibt. Es ist die Einsicht, dass wir in einer Welt leben, in der es nicht darum geht, alles kaputt zu machen, sondern mit dem was man hat, etwas Neues zu schaffen – grundehrlich und positiv. Man hat sich weiterentwickelt, ist nicht stehen geblieben, hat die reichen Erfahrungen der letzten Jahre als Fundament begriffen, aus dem sich die Musik der Band nährt, doch wendet sich Vember dem Wandel zu, will ihn umfangen anstatt ihn abzustreifen.

 

Links:
Vember – Offizielle Webseite
Vember – Facebook

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