Mélissa Laveaux

“Mal lasziv und verführerisch, mal sensibel und tiefgründig, mal trotzig, stolz und ungehorsam spielt Laveaux mit ihrem stimmlichen Ausdruck, als wäre es die leichteste Übung dieser Welt. Selbst in einem bunt blühenden Singer/Songwriter-Stimmengarten findet sich die Blüte eines solch breiten Ausdrucksrepertoires nur selten.”
– 
LAUT.DE

“Der eigenwillige Gitarrenstil, der variantenreiche Gesang zwischen Ruppigkeit, Melancholie und jugendlicher Unbekümmertheit fasziniert und überrascht.”
– 
BLUE RHYTHM

Sie ist so widerstrebend und querköpfig, dass ihre Musik sich einer Kategorisierung von vorn herein verweigert. Ihre Technik klingt so non-konform, dass sich der Gedanke unweigerlich aufdrängt, sie habe sich das Gitarre spielen und Singen selbst beigebracht. Was als Vermutung beginnt, bestätigt die Biografie von Mélissa Michelle Marjolec Laveaux, der in Kanada geborenen Tochter von Haiti-Immigranten, auf humorige Weise: Ihr Vater gibt ihr einen Scheck für den Klavierunterricht, welchen sie unterwegs verliert. Daraufhin verweigert er ihr die weitere Finanzierung der musikalischen Ausbildung, welche sie seit ihrem sechsten Lebensjahr genoss.

Als Konsequenz beginnt sie, sich das Spielen des Klaviers selbst beizubringen. Nach Gehör, nach Büchern und nach Gefühl. Sie forstet sich durch die Musiksammlung ihrer Eltern – ihre Mutter hat eine Vorliebe für französische Singer-Songwriter und haitianischen Big Band Jazz – studiert die Lieder und beschließt, Musikerin zu werden. Nächtliche Radiosessions, bei denen sie die Lieblingssongs ihrer Idole mitschneidet und analysiert, gehören zu ihrem Alltag. Ihre Begeisterung sehend, beschließt ihr Vater, Mélissa zu ihrem 13. Geburtstag eine Gitarre zu schenken.

Neben ihren erklärten Vorbildern nordamerikanischer Folkmusik (Joni Mitchell, Tracy Chapman), britischem Trip Hop (Morcheeba), Brasilianischem, Hip Hop und Neo-Soul (Erykah Badu, The Roots, Fugees), afro-amerikanischen Institutionen (Billie Holiday, Nina Simone, Aretha Franklin) und Größen der Weltmusik (Rokia Traoré, Lhasa de Sela), zieht sie ihre Inspiration aus dem Leben an sich und einer schier nicht zu bändigenden kreativen Ausdruckskraft.

All diese Einflüsse mischt sie mit einer naiven und instinktiven Brillanz, welche ihr neben dem täglichen Gitarrenspiel bei der Gestaltung ihres eigenen, sehr persönlichen, sehr rhythmischen musikalischen Stils hilft. Ihr modernes Songwriting integriert alle versteckten kulturell existenziellen Facetten, anstatt sie mit einer politischen Stimme zu versehen. Ihre Lieder erzählen intime Geschichten, das Abenteuer einer freien Stimme, die sich nicht scheut, ehrlich zum Publikum zu sprechen.

Auch während ihres sozialwissenschaftlichen Studiums verliert Laveaux ihre Liebe zur Musik nicht: “Ich brauche die Musik zum Leben. Und ich muss ein Alltagsleben haben als Inspiration für meine Musik.” Eines Nachts tritt sie in einem Pub auf, das diverse Künstler performen lässt und lernt so den Percussionisten Rob Reid kennen. Sie schließen sich schnell zu einem Duo zusammen, treten in Campuspubs und kleinen Bars in ganz Kanada auf. Um sich in der Szene einen Namen zu erspielen reisen sie später quer durch die USA und arrangieren ein Repertoire, welches sie selbst produziert auf MySpace veröffentlichen. Mit der Aufmerksamkeit auf sich gerichtet wird 2006 „Campher & Copper“ fertiggestellt und befördert Laveaux ins Vorprogramm von Feist, Lura und Yael Naim.

Das Repertoire von Mélissa Laveaux besteht aus originellen Stücken, die eine beeindruckende Reife und Frische vorweisen, die nur die besten ihres Gebietes aufzeigen. Sie überzeugt mit minimalistischen Arrangements, welche die Energie und den poetischen Einfluss ihrer Worte in den Vordergrund rücken. Ihre Stimme ist majestätisch und gleichzeitig fragil, tiefgehend und sinnlich. Sie wirkt fast überarbeitet und umgestaltet von der allgegenwärtigen Dreisprachigkeit im Leben der heute 32-jährigen: das flüssige Sprechen des Englischen, die lässige Synkope des Kreolischen und die harmonische Raffinesse des Französischen.

“Von Melissa Laveaux’ Musik geht ein besonderer Zauber aus. Klar schreibt man das auch der Tatsache zu, dass die Sängerin und virtuose Akustik-Gitarristin, die in Ottawa geboren wurde und in Paris lebt, aus unterschiedlichen Kulturen schöpfen kann.”
– 
JOURNAL FRANKFURT

Links:
Mélissa Laveaux – Facebook

back