Mayra Andrade

Mayra Andrade breitet eine große musikalische Weltkarte aus: Von ihrer Heimat – den Kapverdischen Inseln – geht es über die Popmusik Europas hin zu den Träumereien des brasilianischen Tropicalismo. Ihre Stimme wurde vor ein paar Jahren als »die andere Seite der Kapverdischen Inseln« beschrieben – der Sound einer Cesária Évora, dem jedoch die Schicksalsschwere und traditionelle Patina genommen sind. Mayra Andrades Gesang dagegen ist geprägt von strahlenden, tanzenden Farben, ihre Stimme klingt wie mit einem Hauch Pfeffer gewürzt. Samtige Beats und prägnante Melodien unterstützen das exotische Feeling und so klingt die europäische Popmusik von Mayra Andrade als wäre sie auf einer Tropeninsel entstanden.

Die im kapverdischen Kreol, in englischer und portugiesischer Sprache gesungenen Songs begeistern durch Wärme und Vielfalt: Andrades Musik umspannt die ganze Welt, die süße Romantik des Westens, die heiße Leidenschaft des Südens, Reggae und afrikanischen 3/4-Takt – so entsteht moderne, tropische Musik auf Reisen.

 

Mayra Andrade wurde in Havanna geboren und verbrachte ihre ersten Kinderjahre in Praia, der Hauptstadt der Republik Kap Verde. Als Sechsjährige verließ sie mit ihrer Mutter und ihrem Stiefvater die Kapverden und lebte die nächsten Jahre im Senegal, in Angola und Deutschland. Im Alter von vierzehn Jahren kehrte sie in ihre Heimat zurück und begann eine Karriere als Sängerin. 2001 gewann sie beim Wettbewerb der “Jeux de la Francophonie“ in Ottawa eine Goldmedaille.

Die Musik der Kapverdischen Inseln ist durch Cesária Évora weltweit bekannt geworden. Doch jede Insel hat ihren eigenen Stil. Mayra Andrade stammt von der Insel Santiago. Die dort heimischen Stilrichtungen Funana und Batuko sind stark afrikanisch geprägt und beinhalten viele perkussive und rhythmische Elemente. Die Elite der Kolonialzeit tat diese Musik als minderwertig ab, so erfuhren diese Stile lange Zeit keine größere Verbreitung. Andrade setzt sich mit großer Leidenschaft für diese alten Musiktraditionen ein.

Sie ist keine neotraditionalistische Künstlerin, sie hat ihren eigenen Kopf und gestaltet ihr Leben und ihre Musik nach eigenen Regeln. Mit großer Freimütigkeit räumt Andrade ein: » Ich bin eine Frau meiner Zeit, auf mich strömen viele Einflüsse ein. Ich habe noch nie zuvor Songs in so vielen verschiedenen Sprachen geschrieben und gesungen.« Insgesamt spricht und schreibt sie »viereinhalb Sprachen«– das Kreol der Kapverden, Portugiesisch, Spanisch, Französisch und Englisch (letzteres eben nur »halb«).

Nach Mayra Andrades Wunsch soll ihre Musik revolutionär, aber gleichzeitig eingängig klingen, es sollte popmäßig sein, aber auch individuell, eklektisch und persönlich. Stilistische und sprachliche Grenzen spielen hier keine Rolle. Immer wieder wird die Sängerin von Freunden mit ganz unterschiedlichen musikalischen Wurzeln unterstützt: Yael Naim und David Donatien, Piers Faccini, Tété, Benjamin Biolay, Hugh Coltman, Krystle Warren, Pascal Danae, Mario Lucio Sousa und andere sind mit von der Partie.

Aus ihrer Musik spricht Andrades Meinung nach der gleiche Abenteuergeist wie aus dem Werk von Caetano Veloso: »Warum soll man nicht wachsen, sich verändern und weiterziehen? Warum sollte man das Publikum nicht daran gewöhnen, das Unerwartete zu erwarten?«

Links:
Mayra Andrade – Offizielle Website
Mayra Andrade – Facebook

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