Lucia Cadotsch + Tricko

Diese Besetzung ist nicht nur ein fleckenloser Spiegel der jüngsten stilistischen Regungen im europäischen Jazz, sie bringt auch ganz exquisite Musikerinnen und Musiker zusammen: Im Zentrum steht Lucia Cadotsch, diese Ausnahmesängerin, die mit ihrem einzigartigen Album “Speak Low” kontinuierlich internationale Erfolge feiert – 5 Sterne und volle Punktzahl im britischen The Guardian, dem Magazin Downbeat in Amerika sowie allerorts lobende Worte für ihre Konzerte auf einigen der renommiertesten europäischen Bühnen stellen dies eindrucksvoll unter Beweis.
So wie Lucia Cadotsch selbst ziehen auch die zeitlosen Klassiker ihres Debütalbums ihre Kreise und landen – nicht ganz zufällig, man kennt sich in der Szene – vor den Füßen des umtriebigen britischen Pianisten und Organisten Kit Downes, also jenem Wunderkind, das jüngst sein Debütalbum beim legendären Label ECM veröffentlichte und in Ensembles wie ENEMY richtungsweisendes Talent an den Tag legt, sowie von Lucy Railton, begnadete Cellistin und langjährige musikalische Weggefährtin von Kit Downes als zweite Hälfte des Duos “Tricko”. Beide erarbeiten ausgedehnte und alles auf den Kopf stellende Neuinterpretationen für die von Lucia Cadotsch ausgewählten Stücke, was in eine Art bisher nur live existierende B-Seite resultiert, gleichzeitig aber als unabhängigen Ausdruck eines völlig neuen Trios verstanden werden muss. Der Vorhang möge also fallen für einen Auftritt voll elegantem Minimalismus aus den Fingern und Köpfen dieser unbeirrten Drei.

“Wo andere Jazzmusiker das Tastenungetüm losbrüllen lassen, bringt Downes es auf eine leise, gleichwohl spektakuläre Weise zum Klingen. Er lässt die Hammondorgel flüstern, säuseln, wispern, mit subtilen Schattierungen und filigranen Rhythmen. Das fügt sich ideal in Cadotschs Interpretationen von gut ausgewählten Jazzballaden und Standards wie ‘Nature Boy’ oder ‘Moon River’. Duke Ellingtons ‘(In My) Solitude’ gerät so zu einem bewegenden Psychogramm von Einsamkeit und Liebespein. Sehnsuchtsvoll seufzt dazu Railtons Cello, Downes umhüllt das Ganze mit verhangenen Schwebeklängen voller Weltschmerz. Das Trio nutzt den natürlichen Hall der Gedächtniskirche geschmackvoll für seine Darbietung. Cadotsch – keine jener Jammersusen und Schmachtlieseln, wie sie das große Publikum so gerne mag –, singt unprätentiös, songdienlich, aber stets sensibel pointiert. Ihre Melancholie entspringt nicht dem Geist des Blues, eher der europäischen Romantik. Ein Talent, von dem noch viel zu hören sein wird.” – Mannheimer Morgen

“Im Trio interpretierte man auch Ornette Colemans ‘Lonely Woman’, aus dem nervös-lodernden Jazzstück wurde da ein anrührender Klagesong, Stimme und Orgel in fast schützend umklammernder Nähe. Und zu ‘Moon River’, das Audrey Hepburn in ‘Frühstück bei Tiffany’s’ so naivmädchenhaft gesäuselt hatte und das hier natürlich sehr erwachsen klang, steuerte Lucy Railton ein Solo aus einer Kaskade von fahlen Flageolett-Tönen bei. Ziemlich überraschend das Ganze und ein schöner Auftakt zum Eröffnungskonzert.” – DIE RHEINPFALZ

Website: http://www.luciacadotsch.com

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