Céline Rudolph

“Céline Rudolph gab mit ihrem Begleiter Rüdiger Caruso Krause an der akustischen Gitarre einen Vorgeschmack auf ihr neues Album, das um das Oeuvre des französischen Chansonniers und Rockstars Henri Salvador kreist. Der Auftritt war ein Meisterstück des Understatements. Rudolph hat die Chansons so ins Deutsche übertragen, dass der Geist der Lieder auch den erreicht, der die Originale nicht kennt. Und die Wörter rollen ihr aus dem Mund wie gesungene Küsse. Die Lieder erzählen von frivolen Sehnsüchten, vom Reisen und von einem Zuhause, das überall ist und nirgends. Beim Chanson über die Eifersucht, die ungebeten ins Haus der Liebe kommt und so viele andere ungebetene Gäste mitbringt, den Zweifel, den Verrat, die Bitterkeit, stockte vielen im Salon der Atem. So lebensklug und wahr kann ein kleines Lied sein, wenn man es so anstrengungslos singt wie Céline Rudolph. Wie ihr Idol Salvador hat auch sie eine tiefe Beziehung zu Brasilien. Mühelos durchwandert sie Sprachräume, Klangräume, Atmosphären. Ein großer kleiner Abend.”
– HAMBURGER ABENDBLATT

Céline Rudolph ist die kosmopolitische Stimme. Die deutsch-französische Sängerin, Improvisatorin und Komponistin aus Berlin gilt schon seit einigen Jahren als eine der spannendsten Entdeckungen im Vocal-Jazz – auch weil sie den Scat-Gesang so natürlich wie gekonnt in neue Dimensionen hebt, von afrikanischen und brasilianischen Rhythmen lebt, und doch immer improvisiert, klar und deutlich in den modernen Traditionen des Jazz. Von Presse und Publikum gleichermaßen gefeiert, überrascht und fasziniert Céline Rudolph mit einer hochgradig atmosphärischen, melodiereichen Gesangskunst, für die sie in 2010 auch als Preisträgerin des ECHO Jazz als „Beste Sängerin national“ ausgezeichnet wurde. Nach drei erfolgreichen Soloalben der Musikerin folgen in diesem Jahr gleich zwei weitere: Zum einen „Obsession”, das neue Album zum Duo-Projekt von Céline Rudolph und dem westafrikanischen Sänger und Gitarristen Lionel Loueke, zum anderen „Pearls”, das neue Album zum Quintett-Projekt Celiné Rudolphs – beide erscheinen Ende 2017 bei MEMBRAN.

Eigentlich komme ich aus dem Sound, weniger aus dem Text“, sagt Céline Rudolph. „Inzwischen bin ich natürlich auch in der Interpretation angekommen, nicht zuletzt mit „Salvador“. Und noch immer ist es mir wichtig, dass meine Musik originär ist. Ich würde mir jedes Material zu eigen machen. Mal sehen, was noch kommt …“ 1969 in Berlin geboren, entdeckte die Tochter einer französischen Mutter und eines deutschen Vaters, schon in frühster Jugend ihre Liebe und Leidenschaft zur Musik. Sie hört die Chansons der Mutter, darf auch mal die Jazz- und Bossa-Nova-Platten ihres Vaters auflegen, spielt Hard-Bop auf der Blockflöte und lernt bald auch Gitarre zu spielen. „Meine ersten Lieder habe ich mit dreizehn zur Gitarre geschrieben“, erinnert sie sich. „Natürlich waren die von allem inspiriert, was ich damals so hörte – von Les Poppys oder Antonio Carlos Jobim, von Baden Powell über Stefan Sulke bis zu Michel Legrand“. Trotz ihrer musikalischen Frühreife beginnt sie nach dem Abitur „Rhetorik und Philosophie“ zu studieren, in Tübingen. „In den Semesterferien habe ich in Berlin mit meiner Band „Out Of Print“ gesungen und darüber den Professor David Friedman kennengelernt. Der meinte anschließend: „Wenn du hier mitmachen willst, dann schreib jetzt mal ein Bebop-Stück. Bis nächste Woche.“ Das hab ich dann auch gemacht. Er sang es den ganzen Tag – und ich war drin!“ Schon während ihres Studiums an der Hochschule der Künste Berlin tourt Céline Rudolph mit unterschiedlichen Formationen durch Europa und Afrika und spielt mit Koryphäen wie Bob Moses, Anthony Cox oder Gary Peacock. Gegen Ende der Neunzigerjahre zieht sie nach Köln, wo sie Schönberg und Jazz singt – und ihre ersten Preise gewinnt, u.a. bei den Leverkusener Jazztagen. Seit 2003 ist Céline Rudolph Professorin für Jazz-, Rock- und Pop-Gesang an der Musikhochschule in Dresden, findet aber – nach gut zehn CD-Produktionen mit unterschiedlichen Ensembles – endlich auch die Zeit, ihre ersten eigenen Soloalben einzuspielen: 2007 erscheint „Brazaventure“, zwei Jahre später das mit dem ECHO Jazz preisgekrönte „Metamorflores”, gefolgt von „Salvador”, mit dem Céline Rudolph in 2011 ihren Einstand bei Universal Music gab. Unter dem Label MEMBRAN folgen Ende 2017 ein DUO-Release „Obsession” mit dem westafrtikanischen Sänger und Gitarristen Lionel Loueke sowie ein Quintett-Release „Pearls”.

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Céline Rudolph – Facebook

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